Nützliche Nebenwirkung: Immuntherapie gegen graue Haare

Eine Immuntherapie ist eigentlich gegen Krebserkrankungen gerichtet und soll das Immunsystem dazu anregen Krebszellen zu erkennen und zu vernichten, doch Forscher entdeckten nun eine interessante Nebenwirkung: Eine Immuntherapie kann grauen Haaren wieder Ihre Farbe verleihen.

Forscher der Universitat Autònoma de Barcelona in Spanien untersuchten die Haarfarbe von 14 Patienten, die mit einer anti-PD1 und anti-PD-L1 Immuntherapie behandelt wurden und verglichen Sie vor, während und nach der Behandlung. Bei 13 Patienten wurde das Haar wieder insgesamt dunkler, bei einem Patienten konnten dunklere Flecken im ansonsten etwas helleren Haar beobachtet werden. Ob die Art der Färbung auch eine Vorhersage auf das Ansprechen auf eine Immuntherapie sein kann, das versuchen die Forscher zu ergründen und veröffentlichten Ihre bisherigen Resultate im Fachmagazin Jama Dermatology.

Das ist das erste Mal, dass eine Repigmentierung der Haare während einer Immuntherapie gegen Lungenkrebs beobachtet werden konnte. Wird die Immuntherapie bei einem malignen Melanom angewandt, verursacht sie eher eine Depigmentierung der Haare und der Haut. Bei der Behandlung von Lungenkrebs konnte nun ein komplett gegensätzlicher Effekt beobachtet werden, sagt Dr. Noelia Rivera von der Universitat Autònoma de Barcelona.

Auf die bisher unbekannte Nebenwirkung stiessen die Forscher als sie die Depigmentierung der Haare und Haut bei Patienten die mit nivolumab, pembrolizumab oder atezolizumab beobachten und dokumentieren wollten. Obwohl die Entdeckung dieser Nebenwirkung bedeutend ist, sind sich die Forscher aus Barcelona bisher noch nicht sicher warum sie gerade bei der Behandlung von Lungenkrebs, nicht aber der Behandlung eines malignen Melanoms, auftritt. Die Forscher nehmen an, dass der selbe Wirkstoff bei beiden Erkrankungen verschiedene Wirkmechanismen haben kann da sich das Ziel des Immunsystems ändert.

Auch bei anderen Wirkstoffen konnten Forscher eine Repigmentierung der Haare beobachten, unter anderem bei thalidomide, lenalidomide, erlotinib oder adalimumab. Daher wird angenommen, dass eine Blockierung entzündungsfördernder Moleküle wie des Tumor-Nekrose-Faktor-α und Interleukin 1 eine Repigmentierung der Haare auslösen könnte, da diese die Produktion von Melanin unterdrücken. Andere Forscher gehen aber vom Gegenteil aus: Entzündungsfördernde Moleküle könnten die Haarfolikel dazu anregen neue Pigmente zu bilden.

Welche der beiden Ansichten die richtige ist, das muss noch geklärt werden, sicher ist aber dass bei der genauen wirkungsweise von Immuntherapien es noch viel zu entdecken gibt.

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