Immuntherapie Lungenkrebs

Immuntherapien bieten bei Lungenkrebs eine Alternative zu klassischen Therapieformen wie der Strahlen- oder Chemotherapie. Dabei wird das körpereigene Immunsystem dazu genutzt die Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen. Oft nutzen Tumore jedoch Tricks um sich vor dem Immunsystem zu verstecken, oder es bremsen.

Immuntherapie bei Lungenkrebs – Welche Möglichkeiten gibt es?

Immuntherapien werden zur Zeit erfolgreich bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Nierenkrebs und Hautkrebs (Melanomen) eingesetzt. Bei diesen Krebsarten ist die für eine erfolgreiche Immuntherapie sehr wichtige Immunogenität der Tumore sehr gut. Die Immunogenität nennt man die Fähigkeit eines Stoffes, in diesem Fall der Tumorzellen, eine Immunantwort auszulösen. Bei anderen Krebsarten, so auch dem Brustkrebs, ist die Immunogenität wesentlich geringer. Aus diesem Grund konzentrieren sich viele Studien momentan auf diese, sehr vielversprechenden Immuntherapien dieser drei Krebsarten.

Tumorzellen mit Antigenen markieren

Die Aktivierung der körpereigenen Abwehrzellen, auch T-Zellen genannt, ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Immuntherapie bei Lungenkrebs. Diese T-Zellen haben zytotoxische Eigenschaften, daher die Fähigkeit als fremd erkannte Zellen zu zerstören. Daher ist das Ziel die Tumorzellen mit Antikörpern zu markieren um Sie für das Immunsystem und damit auch die T-Zellen sichtbar zu machen. Auch Sicherheitsgründen, besonders damit keine körpereigenen Zellen angegriffen werden, nutzt man für diese Markierung Antigene die nicht im Körper vorkommen.

Tumore tarnen sich durch mit Hilfe von Checkpoints

Das menschliche Immunsystem ist sehr komplex und erfüllt viele wichtige Funktionen. Näheres dazu haben wir für Sie in unserem Artikel „Wie hängen das Immunsystem und Krebs zusammen?“ erläutert. Viele Tumore tarnen sich mit Hilfe der sogenannten Checkpoints vor dem Immunsystem. Diese dienen zur Regulierung der Immunantwort zur Bekämpfung verschiedener Gefahren. Checkpoints dienen auch dazu eine Überreaktion des Immunsystems und Schädigung körpereigenen Gewebes zu verhindern. Tumore nutzen dies, indem sie die Checkpoint mit hemmenden Zytokinen manipulieren und sich so vor einer Immunantwort schützen.
Checkpointinhibitoren setzen hier bei einer Immuntherapie gegen Lungenkrebs an und unterbrechen die Rezeptor-Liganden-Bindung und lösen diese “Bremse” des Immunsystems. Dies ist nun im Idealfall wieder in der Lage den Tumor zu erkennen und zu zerstören.

Immuntherapie und Nebenwirkungen

Leider ist auch eine Immuntherapie bei Lungenkrebs nicht frei von Nebenwirkungen. Ebenso wie bei der Chemo- oder Strahlentherapie können bei einer Immuntherapie teils schwere Nebenwirkungen auftreten.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Welche Nebenwirkungen hat eine Immuntherapie„.

Allgemeines zu Lungenkrebs

Lungenkrebs vorbeugen: Welche Rollen spielen Ernährung, Alter und die Gene?

Bei Männern und Frauen gleichermaßen ist Lungenkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Im Gegensatz zum Darmkrebs geht hier die Anzahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren nicht zurück, sondern steigt um etwa 10% an.

An der Entstehung von Lungenkrebs sind viele Faktoren beteiligt, so dass sich nach der Diagnose nicht mehr eindeutig feststellen lässt, was den Lungenkrebs ausgelöst hat. Einige Faktoren haben jedoch einen größeren Einfluss als andere.

Zusammengefasst sollten die folgenden Risikofaktoren besser gemieden werden:

  • Der wichtigste Risikofaktor: Rauchen!
  • Asbest am Arbeitsplatz oder im eigenen Zuhause
  • Strahlenbelastungen
  • Feinstaubbelastung

Lungenkrebs: Was sind die Risikofaktoren?

Der wichtigste und gleichzeitig auch einer der am einfachsten zu beeinflussende Risikofaktor ist Rauchen und Passivrauchen. Der Tabakrauch kann hunderte verschiedene schädliche Substanzen mit unüberschaubaren Wechselwirkungen enthalten. Statistisch gesehen haben Raucher ein neunmal erhöhtes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken wie Menschen die nie geraucht haben.

Bei 9 von 10 Rauchern und 3 bis 6 von 10 Raucherinnen kann der Zigarettenrauch als Hauptursache für eine Lungenkrebserkrankung angenommen werden.

Zwar ist das Risiko bei Pfeifen oder Zigarrenrauchern etwas geringer, aber trotzdem noch sehr hoch.

Damit ist das Rauchen einer der wichtigsten Risikofaktoren und sollte natürlich unbedingt gemieden werden.

Selbst wenn man viele Jahre geraucht hat ist es lohnend mit dem Rauchen aufzuhören, denn mit den rauchfreien Jahren sinkt das Lungenkrebsrisiko und hat sich nach etwa zwanzig bis dreißig Jahren dem eines Nierauchers wieder angeglichen.

Aber auch als Nichtraucher kann es in Ihrer Umwelt Risikofaktoren geben, die Ihr Erkrankungsrisiko erhöhen können. Dazu zählen auch Faktoren, die am Arbeitsplatz auftreten können. Asbest, Quarzstaub, Chromate, Nickel und Arsen sind bekannte Auslöser von Lungenkrebs, daher sind die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz auch entsprechend hoch.

Aber auch der Wohnort und die Umwelt können einen Einfluss auf die Entstehung von Lungenkrebs haben. Besonders in Gegenden mit einer hohen Konzentration von Uran oder Thorium im Boden ist das Risiko von auftretendem Radon, einem radioaktiven Edelgas, deutlich erhöht. Das Bundesamt für Strahlenschutz bietet hierzu eine Informationsseite mit näheren Informationen und einer Karte der besonders belasteten Regionen in Deutschland.

Auch Feinstaub, verursacht durch Abgase, können die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen.

Hat die Ernährung einen Einfluss auf die Entstehung von Lungenkrebs?

Wie auch bei vielen anderen Krebsarten ist es bisher nicht ganz klar, welchen Einfluss die Ernährung auf das Lungenkrebs-Risiko hat.  Bisherige Teilergebnis der so genannten EPIC-Studie deuten jedoch darauf hin, dass der ausreichende Verzehr von Obst und Gemüse und eine regelmäßige Bewegung  das Risiko zur erkranken senken kann. Eine Aufnahme von Vitaminen oder Nahrungsergänzungsmitteln zeigte diese Schutzwirkung jedoch nicht.

Ist das Lungenkrebs Risiko vererbbar? Welche Rolle spielen die Gene?

Bisher ist nicht abschließend geklärt, ob vererbbare Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Lungenkrebs spielen können. Bisherige Forschungen deuten darauf hin, dass besonders bei sehr jung erkrankten Patienten mit Lungenkrebs, die Gene eine Rolle bei der Entstehung spielen könnten.

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