Was kostet eine Immuntherapie?

Momentan werden viele Immuntherapien gegen Krebs noch in Studien erforscht und weiterentwickelt, trotzdem zeigen sich schon gute Therapieerfolge bei Patienten mit Melanomen, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Nierenkrebs. Die Kosten einer Immuntherapie können, zumindest zur Zeit noch, sehr hoch sein. Oft müssen die Krebsimpfungen auf den Patienten mühsam abgestimmt werden. Die kann genetische Voruntersuchungen und auch eine persönliche Impfstoffentwicklung nötig machen. Auch muss die jeweils individuelle Dosis für den Patienten ermittelt werden.

Der Preis für die Infusion mit einem PD1-Inhibitor (näheres dazu in unserem Beitrag “Was ist eine Immuntherapie“) kann dabei schnell über 10.000€ betragen. Wird diese Impfung, wie teils notwendig, alle paar Wochen aufgefrischt, sind die Kosten unüberschaubar. Kommen noch notwendige genetische Untersuchungen oder gar eine individuelle Entwicklung einer Krebsimpfung können die Kosten noch wesentlich höher ausfallen.

So kann zum Beispiel eine Immuntherapie mit dem Wirkstoff Ipilimumab (Yervoy) mehr als 80.000€ kosten.

Momentan bleiben diese Kosten noch bei den Patienten hängen, mit der Weiterentwicklung von Immuntherapien werden allerdings auch die Kosten sinken. Spätestens der Wettbewerb zwischen einzelnen Pharmaunternehmen dürfte die Kosten für eine Immuntherapie in nächster Zeit enormen schrumpfen lassen.

Immuntherapie Kosten – Diskussion in den Niederlanden

Aufgrund der hohen Kosten steht in den Niederlanden, wo zur Zeit Immuntherapien bei Patienten bei denen andere Behandlungen bisher fehlgeschlagen sind von den Krankenkassen übernommen werden (müssen), nun zur Diskussion ob man eine “Kosten-Nutzen-Rechnung” für Immuntherapien bei Krebs führen sollte. Auch die eine Art “Maximalbetrag” ist in der Diskussion. Wie eine faire “Kosten-Nutzen-Rechnung” aussehen könnte, oder ob solche Überlegungen ethisch und rechtlich überhaupt möglich sind, steht bisher noch nicht fest.

Folgende Überlegungen zu den Kosten einer Immuntherapie gibt es jedoch:

  • Ab wann ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass eine Immuntherapie nicht wirkt?
  • Gibt es Testmethoden um das Ansprechen auf einer Immuntherapie vorherzusagen?
  • Rechtfertigt eine längere Lebenszeit ohne Chance auf Heilung die Übernahme hoher Kosten? Wenn ja, ab welchem Zeitraum?

In den Niederlanden ist eine Maximalbetrag von 80.000€ pro Patient und gewonnen Lebensjahr im Gespräch. Eine weitere Therapie würde nicht mehr übernommen sollte dieser Betrag überschritten werden. Dies soll das Gesundheitssystem vor einem Kollaps retten.

Wie sieht es mit den Kosten einer Immuntherapie in Deutschland aus?

Die Diskussion aus den Niederlanden mag abstrakt und auch ethisch fragwürdig erscheinen, doch auch in Deutschland wird in naher Zukunft darüber diskutiert werden müssen.

Rechnet man beispielsweise nur mit einer Krebsart, dem Lungenkrebs, an dem mehr als 50.000 Menschen jedes Jahr erkranken, und durchschnittlichen Kosten von 100.000€ für eine Immuntherapie so würde die Behandlung dieser Patienten alleine etwa 5 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Alleine bei Lungenkrebs. Diese Summen können ein Gesundheitssystem sehr schnell an seine Grenzen bringen. Daher ist es sinnvoll, dass sowohl die Pharmafirmen, die Immuntherapeutika herstellen und auch die Krankenkassen sowie die Politik Absprachen zu Maximalpreisen führen sollten.

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