Darmbakterien könnten Ansprechen auf Immuntherapie vorhersagen

Bestimmte Darmbakterien, die sich im Darm des Patienten angesiedelt haben, könnten ein Hinweis darauf sein, wie der Patient auf eine anti-PD-1 basierte Immuntherapie anspricht, sein.

Der Darm des Menschen beherbergt eine Vielzahl guter und teils auch weniger guter Darmbakterien. Diese sind für die Stärke des Immunsystems von starker Bedeutung, darauf deuten aktuelle Studien hin.

Den Zusammenhang zwischen der Besiedelung des Darms des Patienten mit bestimmten Darmbakterien und der Immunantwort auf bestimmte Tumortypen zu finden könnte völlig neue Therapiemöglichkeit bieten.

Anhand von 113 Stuhlproben von Patienten mit einem metastasierenden Melanom haben Wissenschaftler des M. D. Cancer Centers in Texas versucht diesen Zusammenhang näher zu erforschen. Vancheswaran Gopalakrishnan und Jennifer A. Wargo haben Ihre ersten Ergebnisse auf dem ASCO-SITC Clinical Immuno-Oncology Symposium im Februar 2017 im Rahmen einer Präsentation vorgestellt.

„Erste Hinweise aus der vorklinischen Forschung haben einen Zusammenhang zwischen der Immunantwort auf solide Tumore und dem Mikrobiom des Darms aufgezeigt. Unsere Studie war die erste die diesen Zusammenhang zwischen Mikrobiom des Darms und der Reaktion auf eine Immuntherapie untersucht hat“, so Gopalakrishnan, einer der Autoren der Studie.

Anti-PD-1-Medikamente wie Keytruda (Pembrolizumab) und Opdivo (Nivolumab) werden verwendet, um die Reaktion des Immunsystems gegen Krebszellen zu verstärken. Diese Inhibitoren blockieren die PD-1-Aktivität, so dass die Immunzellen die Tumore effektiver erkennen und angreifen können.

Um diesen Zusammenhang näher zu untersuchen, haben die Forscher des M. D. Anderson Cancer Centers in Texas die Stuhlproben und Proben aus der Mundhöhle von 113 Patienten mit einem metastasierenden Melanom auf Zusammensetzung und Vielfalt der enthaltenen Darmbakterien untersucht. Während die Proben aus dem Mundraum der Patienten keinen Rückschluss auf das Ansprechen auf eine anti-PD1-basierten Immuntherapie zuließen, war dies bei den Stuhlproben ganz anders.

Zusammenhang zwischen Vielfalt der Darmflora und dem Ansprechen auf eine Immuntherapie

So stellten die Forscher fest, dass bei den Patienten, die auf eine Immuntherapie mit Keytruda oder Nivolumab ansprachen:

  • eine größere Vielfalt der im Darm angesiedelten Bakterien und
  • eine erhöhte Anzahl von Bakterien aus der Ruminococcaceae-Familie vorzufinden war.

Bei den Patienten, die nicht auf die Immuntherapie angesprochen haben war die Bakterienvielfalt wesentlich geringer, ebenso die Anzahl der Bakterien aus der Ruminococcaceae-Familie.

„Unsere Ergebnisse zeigen neue Wege auf das Ansprechen auf eine Immuntherapie zu verbessern. Unter anderem die Veränderung an der Zusammensetzung und der Vielfalt der Darmbakterien.“ Die könnte unter Umständen auch mit speziellen noch zu entwickelnden Probiotika geschehen.

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1 Antwort

  1. März 3, 2017

    […] aktuelle Studie zu Immuntherapien bei Krebs legt jetzt die Vermutung nahe, dass eine vielfältige und gesunde Darmflora den Erfolg […]

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