Pflaster gegen Melanom – Innovative Krebsimpfung bei schwarzem Hautkrebs

Ein Pflaster, das mit Hilfe von Mikronadeln einen Tumorimpfstoff langsam in die Haut eindringen lässt wurde von Wissenschaftlern in den USA entwickelt und an Mäusen getestet – mit einem überraschen Ergebnis.

Das Prinzip des Tumorimpfung gegen schwarzen Hautkrebs ist sehr innovativ. Auf einem Pflaster befinden sich kleine Mikronadeln, die mit einem Lysat aus Tumorzellen gefüllt sind. Dieses Lysat besteht aus aufgebrochenen Tumorzellen von Melanomen. Diese enthalten, da sie sich aus Hautzellen entwickeln auch Melanin, das Pigment, das die Haut leicht braun färbt.

Wird die Stelle an der das Pflaster aufgebracht wurde nun mit Infrarotlicht bestrahlt, absorbiert das Melanin einen großen Teil der Energie und erhitzt die Hautpartien lokal auf bis zu 42° Celsius. Dieser Prozess konnte die Immunabwehr deutlich effektiver aktivieren und dabei helfen, den Tumor zu zerstören.

Hautkrebs Impfung mit einem Pflaster

© Ye et al., Sci. Immunol. 2, eaan5692 (2017)

 

Studie an Mäusen zeigt sich vielversprechend

In einer aktuellen Studie im Fachmagazin „Science Immunology“ veröffentlichten die Wissenschaftler rund um Yanqi Ye die ersten Ergebnisse der Studie an Mäusen. Dabei wurden drei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe erhielt das Pflaster mit dem Tumor-Lysat für fünf Tage sowie tägliche Bestrahlung durch Infrarotlicht, die zweite Gruppe erhielt nur das Pflaster, aber keine Bestrahlung und die dritte Gruppe erhielt ein Pflaster ohne Wirkstoff.

Nach dem Aufkleben des Pflasters gelangten die Wirkstoffe über einen Zeitraum von fünf Tagen in die Haut. Mittels der Bestrahlung durch Infrarotlicht konnte das Melanin, das 99,9 Prozent der Energie des Lichtes absorbiert und sich dadurch erhitzt, die Wirkung der Krebsimpfung verstärken.

Nach fünf Tagen transplantierten die Forscher den Mäusen dann Melanomkrebszellen.

Die Mäuse der ersten Gruppe, die sowohl das Pflaster als auch die Bestrahlung erhielten, hatten eine Überlebensrate von 100 Prozent nach zwei Monaten – der Tumor wurde vollständig zerstört. Bei 87 Prozent der Mäuse kehrte der Krebs nicht zurück.

In der zweiten Gruppe wurde das Wachstum des Tumors verlangsamt, die Tumore aber nicht komplett zerstört. Die Mäuse der Kontrollgruppe, die weder Impfung mittels Pflaster noch Bestrahlung erhielten starben.

„Wir konnten zeigen, dass sich das in großen Mengen in den Melanomzellen enthaltene Melanin dazu nutzen lässt, das Melanom effektiver zu behandeln“, sagt Zhen Gu von der University of North Carolina in Chapel Hill.

Zweite Versuchsreihe bestätigte das Ergebnis

In einer zweiten, darauf folgenden, Versuchsreihe gingen die Wissenschaftler noch einen Schritt weiter. Mäusen wurden auf beiden Seiten des Körpers Melanome transplantiert. Eines der beiden Melanome wurde dann mit der Krebsimpfung mittels Pflaster und Bestrahlung behandelt, das andere bleib unbehandelt. Das behandelte Melanom schrumpfte stark, dies hatten die Wissenschaftler erwartet. Das zweite Melanom verlor allerdings auch an Größe, wenn auch nicht ganz so stark. Dies zeigt, dass die Wirkung der Tumorimpfung nicht nur lokal begrenzt ist, sondern auch eine tumorhemmende Wirkung im ganzen Körper ausüben könnte.

„Das zeigt, dass diese Therapieform sowohl bei Primärtumoren als auch gegen Metastasen wirksam sein könnte“, so Gianpietro Dotti.

In weiteren Schritten möchten die Forscher Ihre Therapie nun noch weiter optimieren und Studien mit weiteren Versuchstieren durchführen.

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