Universelle Krebsimpfung ist wahrscheinlich unmöglich

Ein universeller Impfstoff gegen Krebs ist das Ziel vieler Forscher – und doch wahrscheinlich unmöglich. Denn selbst in einem bestmöglichen Szenario, kann ein Impfstoff nur einem Bruchteil der Patienten helfen.

Die Suche nach einem universellen Krebsimpfstoff trifft auf eine theoretische und praktische Grenze. Sollte es jemals einen wirkungsvollen Impfstoff gegen Krebs gegen werden dies wohl viele verschiedene, statt eines Einzelnen sein.
In der Theorie ist die beste Behandlung gegen Krebs, die keine Strahlentherapie oder eine chirurgische Behandlung benötigt, die Aktivierung des Immunsystems des Patienten um den Tumor anzugreifen. So könnte nicht nur das unkontrollierte Wachstum verhindert, sondern auch der Tumor selbst zerstört werden. Auf dieser Basis werden die meisten Immuntherapien gegen Krebs entwickelt. Die aktuellen Entwicklungen und Forschungen an neuen Immuntherapien lassen viele Forscher auch einen Schritt weiter denken. Eine Impfung, die Krebs verhindern, oder begonnen Krebs bekämpfen könnte. Allein mit den Möglichkeiten des eigenen Immunsystems. Neue Forschungen zeigen allerdings, dass es statt einem universellen Impfstoff wohl eher viele verschiedenen Impfstoffe geben könnte.

Studie untersucht mehr als 60.000 Tumore

Eine Studie, bei der das Genom von über 60.000 Tumoren analysiert wurde gibt neue Erkenntnisse über die Einzigartigkeit jedes einzelnen Tumors und die damit verbundene Notwendigkeit für gezielte Krebstherapien, die so genannten „targeted therapies“.

Eine Krebsimpfung könnte der nächste, wenn auch bisher noch riesengroß erscheinende, Schritt der Immuntherapien sein. Eine erste Krebsimpfung, die bereits zugelassen ist, ist die HPV-Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützen soll. Diese hat allerdings nicht direkt den Krebs im Visier, sondern eine durch die Humanen Papillomviren ausgelöste Infektion, die durch Entzündungen im späteren Verlauf zu Krebs werden kann. Dadurch wird durch das Verhindern der Infektion das Risiko an Gebärmutterhalskrebs drastisch gesenkt. Allerdings ist die HPV-Impfung auch nicht gänzlich unumstritten.

Aktuellen Erkenntnissen zu Folge würde sich eine Impfung gegen Krebs auf ganz bestimmte genetische Veränderungen konzentrieren, um Moleküle zu produzieren, die das Immunsystem auf irgendwann auftauchende Krebszellen trainieren könnte. Problematisch ist dabei, dass diese Veränderungen bei jedem Mensch verschieden sind, so dass eine Krebsimpfung ganz individuell für jeden Patienten entwickelt werden müsste. Bisher haben Forscher noch keine Möglichkeit gefunden, dieses Problem zu lösen und bezweifeln sogar, dass es dafür jemals eine Lösung geben wird. Zu diesem Schluss kommt die bereits erwähnte Studie am Genom von über 60.000 Tumoren. Zwar gibt es Anzeichen dafür, dass einige der genetischen Veränderungen bei einigen Menschen gleich wäre, dennoch würde selbst im besten Fall eine Krebsimpfung, die genau diese genetischen Veränderungen anspricht bei nur 0,3% der Bevölkerung wirken.

Eine universelle Krebsimpfung scheint also, basierend auf den derzeitigen Erkenntnissen unmöglich. Allerdings lassen die Forscher der Studie auch einen letzten Hoffnungsschimmer, denn Ihre Studie beschäftigte sich nur mit genetischen Veränderungen, die speziell als Krebs auslösend bekannt sind. Es mag aber auch bisherige unentdeckte genetische Gemeinsamkeiten geben, die eine universelle Krebsimpfung wirksamer machen könnten.

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