Immuntherapie Prostatakrebs

Eine Immuntherapie bei Lungenkrebs  kann eine Alternative zu klassischen Chemo- oder Strahlentherapien darstellen. Das Immunsystem des Patienten wird trainiert die Tumorzellen des Prostatakrebs zu erkennen und zu zerstören. Das sich Tumore häufig mit Tricks vor dem Immunsystem verstecken ist dies nicht immer ganz einfach.

Immuntherapie bei Prostatakrebs – Welche Möglichkeiten gibt es?

Bisher werden Immuntherapien bei Krebs hauptsächlich bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Hautkrebs (Melanomen) und Lungenkrebs erprobt. Da bei diesen Krebsarten die Immunogenität, also die Fähigkeit der Tumorzellen eine Immunantwort auszulösen, sehr groß ist, bieten sie sich für erste Studien und Untersuchungen besonders an. Doch auch bei Prostatakrebs laufen Studien zu Immuntherapien. Als Prostatakrebs Immuntherapien bieten sich seine Dendritische Zelltherapie, eine T-Zell-Therapie oder auch Protein-/peptidbasierte Impfungen an. Auch erste Versuche mit DNA-basierte Impfungen und Immun-Checkpoint-Inhibitoren laufen bereits. Mehr zu den verschiedenen Arten einer Immuntherapie erfahren Sie in unserem Artikel „Was ist eine Immuntherapie„.

Tumorzellen mit Antigenen markieren

Ein sehr wichtiger Faktor für eine Immuntherapie bei Prostatakrebs ist die Aktivierung der körpereigenen Abwehrzellen, auch T-Zellen genannt. Diese Abwehrzellen sind zytotoxisch, haben also die Fähigkeit Gewebe und Tumorzellen zu zerstören. Das Ziel einer Immuntherapie ist es daher, die Tumorzellen mit Antikörpern zu markieren um sie dem Immunsystem und den T-Zellen besser sichtbar zu machen. Damit nicht versehentlich gesunde Zellen markiert werden, nutzt man als Antigene solche Formen die nicht im menschlichen Körper vorkommen.

Checkpoints helfen Tumoren bei der Tarnung

Viele Tumore haben die Fähigkeit sich vor dem Immunsystem zu verstecken in dem sie die so genannten Checkpoints nutzen. Diese Checkpoints sind Teil des sehr komplexen Immunsystems des Menschen und dienen der Regulierung der Stärke einer Immunantwort. Dies dient dazu Überreaktionen des Immunsystems zu verhindern und Schädigung körpereigener Zellen zu verhindern. Doch auch der Tumor nutzt die Checkpoints und manipuliert sie mit hemmenden Zytokinen. Hier setzen Immuntherapien gegen Prostatakrebs an, die diese „Bremsen“ lösen können indem sie die Rezeptor-Liganden-Bindung unterbrechen. Die kann zu einer verstärkten Immunantwort und besseren Bekämpfung des Tumors führen.

Immuntherapie und Nebenwirkungen

Wie auch Chemo- oder Strahlentherapien sind auch die Immuntherapien bei Prostatakrebs nicht frei von Nebenwirkungen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Welche Nebenwirkungen hat eine Immuntherapie„.

Allgemeines zu Prostatakrebs

Prostatakrebs vorbeugen: Welche Rollen spielen Ernährung, Alter und die Gene?

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Erkrankung bei Männern in Deutschland. Zwischen den Jahren 2006 und 2010 stieg die Zahl der Neuerkrankungen von 60.000 auf über 65.500 pro Jahr. Obwohl Prostatakrebs damit die häufigste Krebsart bei Männern ist, ist über die Ursache dieser Tumorform noch vergleichsweise wenig bekannt.

Ein Grund für das Ansteigen an Neuerkrankungen in den letzten Jahren kann die Verbesserung der Vorsorgeuntersuchungen sein, die eine Früherkennung ermöglichen. Auch die immer weiter ansteigende Lebenserwartung kann Ihren Beitrag zum statistischen Anstieg beitragen, denn Prostatakrebs tritt bei vielen Männern erst in fortgeschrittenem Alter auf.

Weitere Faktoren, die das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöhen, sind:

  • Übergewicht
  • Lebensstil (Alkohol, Rauchen, Ernährung, Sport)
  • Hormonstatus
  • mögliche Vererbung
  • möglicherweise Nahrungsergänzungsmittel

Prostatakrebs: Tritt er erst im Alter auf?

Das Hauptrisiko bei Prostatakrebs ist leider nicht zu beeinflussen, denn vor dem 50en Lebensjahr treten bösartige Veränderungen der Vorsteherdrüse bei Männern kaum auf. Das Risiko eines 35 jährigen Mannes innerhalb von 10 Jahren an Prostatakrebs zu erkranken  ist, laut Krebsregister, bei 1 zu 4200. Daher kommt auf 4200 Männer dieser Altersgruppe lediglich eine bösartige Veränderung der Prostata. Ab 45 Jahren erhöht sich das Risiko in den nächsten 10 Jahren zu erkranken zwar drastisch, ist mit einer Erkrankung unter 220 Männern aber immer noch verschwindend gering.

Erst zwischen dem 55en und 64en Lebensjahr wird das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken wesentlich höher, denn in diesem Lebensalter erkrankt einer von 37 Männern.

Ab 65 Jahren verdoppelt sich das Risiko erneut und liegt bei einer Erkrankung unter 16 Männern.

Statistisch gesehen erkrankt somit zwar einer von acht Männern in seinem Leben an Prostatakrebs, das Risiko unter 55 Jahren zu erkranken ist jedoch sehr gering.

Prostatakrebs und Hormone: Erhöht Testosteron das Risiko?

Ohne Testosteron ist ein Tumorwachstum scheinbar nicht möglich. Auch an der Entstehung und dem Risiko an Prostatakrebs zu erkranken hat das männliche Sexualhormon Testosteron einen großen Anteil.

Das erklärt auch, wieso noch nie ein Prostatakarzinom bei einem Mann diagnostiziert wurde, der vor der Pubertät seine Hoden verloren hat und keine Gabe von Testosteron erhalten hat um einem Hormonmangel vorzubeugen.

In Studien wurde und wird nun überprüft, wie dieser Zusammenhang zwischen Testosteron und Tumorwachstum als Therapieansatz gegen Prostatakrebs genutzt werden kann. Einer dieser Ansätze ist es, die Testosteronwirkung durch Blockierung der Testosteron-Rezeptoren der Krebszellen zu reduzieren und damit das Tumorwachstum zu bremsen.

Auch wird in Studien überprüft, ob es sinnvoll ist zur Prävention von Prostatakrebs die Testosteronwirkung vor der Entstehung eines Tumors zu blockieren. Einer der momentan in Studien überprüften Wirkstoffe ist Finasterid, der ein Enzym, die 5-alpha-Reduktase, blockiert. Dies bremst die Umwandlung des Testosterons in das für das Tumorwachstum verantwortliche Dihydrotestosteron.

Laut Studien, die den vorbeugenden Effekt von Finasterid auf die Entstehung eines Prostatakarzinoms untersuchten, traten bei den Teilnehmern zwar seltener bösartige Tumoren in der Prostata auf, dies wurde aber, mit teils massiven, Nebenwirkungen erkauft. Die wohl gravierendsten Nebenwirkungen waren Probleme mit der Erektionsfähigkeit, nachlassendes Interesse an Sexualität und vermehrtes Wachstum der Brustdrüsen.

Aufgrund dieser unerwünschten und gravierenden Nebenwirkungen hat sich eine vorbeugende Behandlung gegen Prostatakrebs bisher nicht durchgesetzt.

Gibt es “Wechseljahre” beim Mann und haben diese Einfluss auf das Erkrankungsrisiko?

Der Begriff der Wechseljahre beim Mann ist zwar nicht korrekt, wird aber in den letzten daher häufig für den Zeitraum gebraucht, in dem bei Männern die Produktion von Hormonen nachlässt. Um eventuellen Beschwerden vorzubeugen wird oft eine Hormongabe mit Testosteron empfohlen. Dies ist jedoch kritisch zu sehen, da zum einen die erhofften Vorteile einer Hormonbehandlung nicht zweifelsfrei bewiesen ist. Zum anderen steigt bei Männern, die Testosteron als Therapie erhalten auch der PSA-Wert an, der einen Hinweis auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für eine Prostatakrebs-Erkrankung gibt.

Hormonersatztherapien für Männer, die auf Grund einer Erkrankung oder eines Unfalls ihre Hoden verloren haben, werden unkritischer gesehen, da die Therapie als Ziel einen normalen Testosteronspiegel hat.

Können Nahrungsergänzungsmittel das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöhen?

Bisher gibt es keine belastbaren Hinweise, dass Nahrungsergänzungsmittel geeignet sein könnten, einer bösartigen Prostataerkrankung vorzubeugen.

Die “SELECT” Studie, die in den USA 2008 überprüfen sollte ob Vitamin E dazu geeignet ist Prostatakrebs vorzubeugen musste vorzeitig abgebrochen werden. Denn statt eines vorbeugenden Effektes stieg das Risiko einer Prostatakrebserkrankung sogar noch. Dies bestätigte auch die Auswertung der Studie im Jahr 2011. Bei einer weiteren Auswertung drei Jahre später wurde auch Selen verdächtigt das Erkrankungsrisiko zu steigern.

Prostatakrebs vorbeugen: Welchen Einfluss hat die Ernährung?

Eine vorbeugende Diät, die das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken senkt, wurde bisher nicht gefunden. Auch einzelne Ernährungsfaktoren oder Ernährungsbestandteile, die vorbeugend wirken, lassen sich nicht ausmachen.

Wie bei allen Krebsarten und sonstigen Erkrankungen lautet die Empfehlung, auch untermauert durch die Empfehlung der Weltkrebsforschungsstiftung, auf ein normales Gewicht, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, sowie ausreichend Bewegung zu achten.

Auch wenn bisher keine genauen Ernährungsfaktoren, die die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen bekannt sind, so ist dennoch davon auszugehen, dass Übergewicht womöglich das Erkrankungsrisiko steigert. Deshalb lautet die aktuelle Empfehlung der Weltkrebsforschungsstiftung auf ein normales Gewicht sowie ausreichend Bewegung zu achten.

Dies beugt auch dem so genannten metabolischen Syndrom vor, dass von vielen Forschern mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht wird. Bei diesem Syndrom gerät der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht, häufig als Folge von höherem Übergewicht.  Diese chronisch erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerte können sich auf das Gewebe im Körper wie ein ständiger Entzündungsreiz auswirken und somit das Risiko an Prostatakrebs oder anderen Krebsarten zu erkranken, steigern.

Eine Zuführung weiterer Nahrungsergänzungsmittel in isolierter Form, dazu zählen auch Phytohormone aus Soja, Lycopin oder auch die Extrakte aus dem Granatapfel haben bisher keinen belegbaren Nutzen gezeigt.

Welchen Einfluss hat der Lebensstil auf das Erkrankungsrisiko?

Der Genuss von Alkohol und Tabak hat zwar, nach aktuellen Erkenntnissen keinen direkten, möglicherweise aber indirekten, Einfluss auf das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken. So scheint das Risiko bei übermäßigen Konsum von Alkohol und Tabak das generelle Krebsrisiko zu erhöhen.

Bei starken Trinkern besteht zudem das Risiko, dass sich der Alkoholkonsum auf die hormonellen Regelkreise auswirkt und somit auch Prostatakrebs begünstigen kann.

Ob chronische Entzündungen der Prostata das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöhen können ist noch nicht völlig geklärt. Ein statistisch signifikantes Risiko scheint aber nicht davon auszugehen.

Die Sexualität und auch besonders die Häufigkeit haben, nach neuesten Erkenntnissen, ebenso wenig Einfluss auf das Erkrankungsrisiko wie eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV).

Ist Prostatakrebs vererbbar? Welches Risiko besteht bei Erkrankungen in der Familie?

Zwar zeigen Untersuchungen bei Familien, in denen Prostatakrebs auffallend häufig vorkommt, dass genetische Faktoren bei der Entstehung und dem Verlauf von Prostatakrebs einen Einfluss haben könnten, bei 90-95% aller Neuerkrankungen sind jedoch vermutlich keine genetischen Faktoren beteiligt.

Je jünger ein Patient bei der Diagnose war, desto wahrscheinlicher ist es, dass vererbbare Gene an der Erkrankung beteiligt sind, stellte eine Auswertung des schwedischen Familienkrebsregisters im Jahr 2010 fest.

Die so genannten Krebsgene BRCA1 und BRCA2, die schon das Risiko an Brustkrebs oder Eierstockkrebs zu erkranken stark steigern können, scheinen auch bei der Entstehung von Prostatakrebs eine Rolle zu spielen. Treten in der Familie Erkrankungsfälle von Prostatakrebs auf, kann es somit ratsam sein, gezielte Früherkennungsmaßnahmen wahrzunehmen oder auch einen Gentest machen zu lassen.

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