Immuntherapie: Auch bei Brustkrebs geeignet?

Immuntherapeutische Verfahren wie Krebsimpfungen oder auch Checkpointblockaden werden in der Onkologie immer häufiger eingesetzt. Bisher jedoch hauptsächlich bei Hautkrebs, Nierenkrebs oder auch Lungenkrebs. Neue Daten geben nun Hinweise darauf, dass eine Immuntherapie auch bei Brustkrebs geeignet sein könnte.

Vorraussetzung für eine wirkungsvolle Immuntherapie ist natürlich auch immer die Eignung des Patienten. So hat sich gezeigt, dass eine ausreichende Immunogenität, also die Fähigkeit eines Stoffes eine Immunantwort des Körpers auszulösen, sehr wichtig ist. Dies schien bei einem Mammakarzinom bisher nicht ausreichend der Fall. Aktuelle Daten zeigen hier jedoch, dass diese Sichtweise neu beurteilt werden sollte. Denn der triple-negative Brustkrebs (TNBC) und das HER2-positive Mammakarzinom scheinen ausreichend immunogene Eigenschaften zu besitzen um eine Immunantwort des Körpers auszulösen und somit auch für eine Immuntherapie geeignet zu sein. Die berichtet Priv.-Doz. Dr. Anita Kremer vom Universitätsklinikum Erlangen im Rahmen der 36. Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Senologie. Studiendaten zeigen, dass beim TNBC die Infiltration des Tumors mit Immunzellen prognostisch relevant sein kann.

Die Gesamtansprechrate von Pembrolizumab, einem PD-1-Inhibitor, liegt bei etwa 20 Prozent, lassen die Daten einer Phase-II-Studie vermuten. Dies ist zwar ein enttäuschendes Ergebnis für die Gruppe der Patienten, meint Dr. Florian Schütz von der Universitätsfrauenklinik Heidelberg. „Wer aber anspricht, geht rasch in die Regression, und scheint auch lange anzusprechen.“ Denn drei der fünf Patientinnen die auf die Therapie ansprachen waren nach 48 Wochen noch „on treatment“.
Etwas geringer fällt die Gesamtansprechrate bei Patienten mit einem Östrogenrezeptor-positivem/ HER2-negativem Tumor aus, hier liegt sie bei lediglich 14 Prozent. Auch Atezolizumab, ein gegen den Liganden 1 de PD-1-Rezeptors (PD-L1) gerichteter Antikörper sei aus Sicht von Schütz „sehr interessant“.

Immuntherapie ergänzend zur Radiotherapie

Eine Immuntherapie ist eine sehr gute Ergänzung zur Radiotherapie, so Professor Gabriele Niedermann vom Tumorzentrum Freiburg, denn experimentelle Untersuchungen zeigen, dass eine hypofraktionierte  Radiotherapie (hRT) eine große Anzahl von tumorspezifischen CD-8 und zytotoxischen Zellen induzieren kann. Eine Kombination von Immuntherapie und hoch dosierter hypofraktionierter Radiotherapie können einen synergetischen Effekt haben.

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