Immuntherapie als neue Waffe gegen Krebs

„Das Ziel ist es den Krebs zu besiegen“, so Professorin Dolores Schendel von Medigene, einem Biotech-Firma, das in Martinsriedel bei München schon seit 20 Jahren an der Erforschung von Medikamenten und Therapien forscht.

Medigene forscht an einer Immuntherapie, die das Immunsystem des Patienten so verändern soll, das es selbst Tumorzellen bekämpfen kann. Diese personalisierte Immuntherapie verwendet Zellen des Patienten um sie zu verändern um dem Patienten erneut zu verabreichen. „Unser Ansatz ist: Wenn man den Tumor nicht unter Kontrolle bringen kann, muss man die T-Zellen aktivieren“, so Schendel, die seit 2014 im Vorstand von Medigene sitzt.

Die T-Zellen des Patienten werden so verändert, dass sie den Kampf gegen den Tumor aufnehmen können. „Jede T-Zelle im Körper erkennt etwas anderes – ungefähr jede zehntausendste erkennt Tumorzellen“, sagt Schendel. Diese T-Zellen zu finden ist das Ziel an dem seit Monaten geforscht wird.

Die sogenannten dendritischen Zellen, die unter anderem Keime aufnehmen können, spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn wenn ein Keim oder Virus von einer dendritischen Zelle geschluckt wird, zeigen sich einige der typischen Strukturen des Keim oder Virus auf der Oberfläche der dendritischen Zelle. Treffen die körpereigenen T-Zelln nun auf eine dendritische Zelle, die eine passende Struktur auf der Oberfläche haben, attackieren sie alle Zellen, die ebenfalls diese Struktur zeigen.

Veränderte T-Zellen als Basis

Diesen Prozess bildet Medigene im Labor nach. Das Blut eines Spenders bildet die Grundlage für diese spezielle Immuntherapie.  „Wir stimulieren dendritische Zellen, um so die passenden T-Zellen zu finden. Danach bestimmen wir die entsprechende DNA-Sequenz der T-Zelle und so können wir ihren Rezeptor nachbauen“, erklärt Schendel den Verlauf der Immuntherapie.

Mit Hilfe eines viralen Vektors wird die DNA für den passenden Rezeptor, der die Merkmale des Tumors enthält, in die T-Zellen des Patienten eingeschleust. Diese T-Zellen erkennen nun den Tumor und bekämpfen ihn aktiv. Blutkrebserkrankungen stehen dabei als erstes im Fokus von Medigene,. Das langfristige Ziel es es allerdings eine Art Datenbank aufzubauen, die Rezeptoren und Immuntherapien gegen möglichst viele Krebserkrankungen enthält.  „Die Krebsarten sind sehr unterschiedlich. T-Zellen für eine Art funktionieren nicht für eine andere“, so Schendel.

„In den kommenden zehn bis 20 Jahren wird die Immuntherapie bei 60 Prozent der Krebs- Patienten angewandt“, hofft die Wissenschaftlerin von Medigene.

Bild: Medigene

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