Behörden unterbrechen vielversprechende Immuntherapie

Klinische Tests der Biotechfirma Juno Therapeutics wurden durch die US-Gesundheitsaufsicht FDA unterbrochen, nach dem Tod von drei Teilnehmern.

Anfang Juli wurde eine wichtige Studie zur Wirksamkeit einer Immuntherapie gegen Krebs durch die FDA (Food and Drug Administration) in den USA unterbrochen, da es zu mehreren Todesfällen gekommen war. Drei Patienten und Teilnehmer an der Studie von Juno Therapeutics erlagen, laut FDA, toxischen Reaktionen.
Das von Juno Therapeutics entwicklete Verfahren nutztgenetisch modifizierte T-Lymphozyten, die zur Behandlung bei Krebs als Immuntherapie eingesetzt werden können. Das ROCKET genannte Projekt soll den Krebs von Patienten mit Lymphoblastenleukämie helfen und den Krebs aus dem Körper entfernen. Die genetisch modifizierten T-Zellen sollen hier die Tumorzellen gezielt angreifen und zerstören.

Mittlerweile wurde die Unterbrechung der Phase-II Studie durch die FDA wieder aufgehoben und die Studie kann fortgesetzt werden. Denn laut FDA sei die Todesursache bei den drei Patienten nicht die genetisch veränderten T-Zellen gewesen, sondern eine Hirnschwellung in Folge der Vorbehandlung mit Fludarabin. Nach Modifikationen an der Studie kann diese nun weiter fortgesetzt werden.

T-Zellen attackieren Tumor bei einer Immuntherapie

T-Zellen attackieren Tumor

Juno-Chef Hans Bishop äußerte sich selbstkritisch nach Bekanntgabe der Todesfälle: „Jeder kommt hier zur Arbeit um Therapien zu entwickeln und Menschen zu helfen, doch so etwas bringt uns allen hier Demut bei“.

Trotz der Todesfälle ist der Erfolg der Therapie bei Lymphoblastenleukämie scheinbar recht vielversprechend, denn sie funktionierte bei 80% der Studienteilnehmer im Rahmen der bisherigen Leukämie-Studien von Juno Therapeutics. Dennoch ist sie nicht ganz risikolos, denn schon 2014war die Studie nach dem Tod von zwei Patienten unterbrochen worden. Der Grund dafür waren Immunreaktionen auf Ihre eigenen T-Zellen.

Das Potential einer Immuntherapie mit genetisch veränderten T-Zellen ist sehr groß.  „Ich denke nicht, dass diese Vorfälle das langfristige Potential genetisch veränderter T-Zellen reduzieren“, so Michel Sadelein, einer der ursprünglichen Entwickler der T-Zellen-Therapie, der heute am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York beschäftigt ist.

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2 Antworten

  1. Dezember 7, 2016

    […] der Unterbrechung der Immuntherapie-Studie von Juno Therapeutics im Juli diesen Jahres und dem Tod von drei Patienten wurde die Studie von JCAR015 erst von der […]

  2. Dezember 7, 2016

    […] Therapeutcis hatte kein leichtes Jahr, denn bereits Anfang des Jahres verstarben drei Patienten in einer Immuntherapiestudie, im November noch einmal zwei Patienten der gleichen Studie. Seit […]

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